Neue Titel in der Bibliografie

Mehrere Bücher in einem Regal

Wir haben einige neue Texte gefunden, die sich mit der ein oder anderen Variante der Arbeitszeitrechnung beschäftigen und sie zu unserer Online-Bibliografie hinzugefügt. Wo möglich, haben wir auch Links zum Download angegeben.

  • Neu in der Liste ist etwa der Staatssozialist Karl Rodbertus und sein Werk „Zur Erkenntniss unsrer staatswirthschaftlichen Zustände“ (1842). Darin teilt er der Arbeitszeitrechnung eine zentrale Rolle zu: „Es brauchte nur jeder nach geschlossner Arbeit eine Bescheinigung über so viel Arbeit nach Stunden, Tagen und Wochen, als er wirklich geleistet hat, zu erhalten, um diese dann als Anweisung bei den Magazinen und Läden des Staats auf so viel Einkommensgüter beliebiger Art, als durch eine gleiche Arbeitsquantität repräsentiert wird, zu realisieren.“
  • Ähnlich hat August Bebel im Buch „Die Frau und der Sozialismus“ (1879) beschrieben, wie eine (eher zentral und statistisch durchgeführte) Arbeitszeitrechnung in einem „sozialistischen Zukunftsstaat“ funktionieren würde: „Wenn z.B. die gesellschaftliche Arbeitszeit zur Herstellung aller nothwendigen materiellen Bedürfnissgegenstände der Gesellschaft durchschnittlich täglich vier Stunden sein müsste, so würde bei geregelter Produktion das Quantum Produkte in einem Arbeitszweig, dem Quantum Produkten in einem andern Arbeitszweig bei gleicher Arbeitszeit gleich an Werth sein.“
  • Aus einer ganz anderen Ecke kommend, hat der aufständische Anarchist Alfredo M. Bonanno hundert Jahre später die Arbeitszeitrechnung der Gruppe Internationaler Kommunisten (GIK) entdeckt und propagiert. In einer Rezension sowie in seinem Werk „Autogestione e anarchismo“ (1975) führt er aus, weshalb die Grundprinzipien der GIK „nach wie vor von außerordentlich großem Nutzen“ seien.
  • Zwei Bücher, die vor kurzem bei red & black books in Hamburg (neu) herausgegeben wurden, behandeln die Arbeitszeitrechnung ebenfalls. Hier wäre Peter Hudis „Jenseits des Kapitalismis. Kritik und Alternative bei Marx“ (2026) sowie Anton Pannekoek „Grundlagen der sozialen Revolution. Band 1 Die Arbeiterräte“ (2024) zu nennen.
  • Schließlich haben wir auch das aktuelle Buch von Johanna Schellhagen, „Wie wir uns eine Zukunft auf diesem Planeten erkämpfen“ (2025), in die Bibliografie aufgenommen. Die Arbeitszeitrechnung der GIK spielt darin eine wichtige Rolle.

An den Beispielen sieht man schon, dass wir in unserer Sammlung nicht nur Titel haben, die sich mit der rätedemokratischen Arbeitszeitrechnung der GIK befassen, sondern auch frühsozialistische, staatssozialistische oder kybernetische Konzepte von Arbeitszeitrechnung. Unsere Tabelle hat jetzt eine neue Spalte um diesen Unterschied deutlich zu machen.

Schau mal rein und schreibt uns, wenn wir etwas Wichtiges übersehen haben!