Workers Control App
Mit unserer „Workers Control App“ lassen sich selbstverwaltete und ausbeutungsfreie Wirtschaftskreisläufe auf der Basis von Arbeitszeit verwirklichen. Mit ihr kann zum Beispiel die Arbeit für selbstverwaltete Festivals oder Kongresse koordiniert und vergütet werden. Aber auch größere Wirtschaftsräume lassen sich damit koordinieren, zum Beispiel ein Netzwerk aus selbstverwalteten Betrieben. Wichtigste Regel ist: Jede Arbeitsstunde zählt gleich!
Wie kann die App verwendet werden?
Beispiel: Solidarisches Stadtteil-Netzwerk
Stellen wir uns eine kleine Stadt vor, in der es eine Kiezküche, eine solidarische Poliklinik,eine Kollektivkneipe, einen selbstorganisierten Boxclub sowie einen solidarische Landwirtschaftsbetrieb (Solawi) gibt. Diese fünf Betriebe entschließen sich, einen gemeinsamen Wirtschaftskreislauf zu beginnen und Menschen, die bei einen von ihnen Arbeit verrichten, im gesamten Netzwerk Zugang zu Lebensmitteln, Getränken, ärztlichen Behandlungen und Sport zu ermöglichen.
1. Schritt: Pläne erstellen
Die Betriebe erstellen in der App Pläne, in denen sie aufschreiben, wie viel Produkte sie gegen Arbeitszertifikate abgeben wollen und wie lange sie brauchen, um diese Produkte zu produzieren. Das ist wichtig, damit alle Teilnehmer:innen wissen, was sie von den einzelnen Betrieben erwarten können – es sind sozusagen Versprechen an die Community. Gleichzeitig werden durch die Pläne die „Preise“ der Produkte in Arbeitszeit definiert:
- Der Boxclub stellt 10 Boxstunden bereit und investiert dafür 20 Stunden Arbeit. Eine Boxstunde kostet also 2 Stunden.
- Die Kiezküche bietet 120 Menüs an und investiert dafür 60 Stunden. Jedes Essen kostet also eine halbe Stunde.
- Die Poliklinik bietet 20 Sprechstunden an, wofür sie 60 Stunden investiert. Eine Sprechstunde kostet also 3 Stunden.
- usw.
2. Schritt: Arbeit und Konsum
Die Betriebe registrieren in der App, welches Mitglied bei ihnen wie viele Stunden für die geplanten Aufgaben gearbeitet hat. Diese Arbeiter:innen bekommen dann die Stunden als Arbeitszertifikate auf ihre Konten. Die Arbeiter:innen können dann im gesamten Netzwerk mit ihren Zertifikaten konsumieren.
3. Schritt: Kontrolle
In der App können alle Beteiligten prüfen, ob die Betriebe auch abgegeben haben, was sie geplant haben oder ob es große Diskrepanzen gibt. Damit wird sichergestellt, dass es fair und ausgeglichen bleibt.
4. Schritt: Lieferketten
Richtig spannend wird es, wenn manche Betriebe anfangen, Vorprodukte für andere Betriebe herzustellen, zum Beispiel der Solawi-Betrieb für die Kiezküche. Das wird auch in den Plänen notiert und ermöglicht es, innerhalb des Netzwerks zunehmend ohne Geld zu produzieren.
Lust bekommen, eine Arbeitszeitökonomie zu starten? Kontaktier uns, wir helfen euch gerne!
Du möchtest die App einfach mal ausprobieren?
Funktionen der App (Auwahl)
- Sprachauswahl Deutsch, Englisch, Spanisch
- Planerstellung durch Betriebe (produktive Pläne sowie öffentliche Pläne, deren Kosten von allen getragen werden)
Registrierung gearbeiteter Stunden
Registrierung von produktiven und privaten Konsum
- Veröffentlichung von Produkten und Kosten
- Öffentliche Einsicht in Pläne und Konten zur demokratischen Kontrolle
Kooperationen zwischen Betrieben zur Berechnung von durchschnittlichen Produktionszeiten
- Plangenehmigung durch öffentliche Buchhaltung
- „Basisdienstleistungen“ erlauben eine niederschwellige Arbeitszeitrechnung „light“ (ähnlich zu Zeitbanken)
Chronologie der App-Entwicklung
- 03/2026 – Neues Feature „Basis-Dienstleistungen“.
- 08/2025 – Präsentation bei der mexikanischen Morena-Partei (Spanisch)
- 07/2025 – Präsentation bei einem INDEP-Online-Event auf (Englisch)
- 02/2025 – Optimierung des Konten- und Transaktionssystems
- 09/2024 – Präsentation bei „Tech from Below“ in Berlin
- 05/2024 – Vereinsinterne praktische Erprobung der App
- 05/2022 – Öffentlicher Workshop zum Kennenlernen der App-Funktionen
- 02/2022 – Quellcode der Arbeitszeitapp veröffentlicht
- 01/2021 – Beginn der Entwicklung
Links
- Handbuch für Entwickler:innen: https://workers-control.readthedocs.io/en/latest/
- Quellcode (Open Source) und technische Informationen auf Github.
